JC – Rose
Superheldinnen Identität
„JC“ in Anlehnung an Jeanne de Clisson / Die Löwin
Meine Superheldinnen-Identität steht für eine Frau, die vieles überlebt hat, was andere zerbrechen lassen kann: ein schwieriges Elternhaus, falsche Freunde, Gewalt, Verlust, Krankheit und Alkohol.
Aber ich stehe heute noch hier.
Ich bin keine Heldin, weil mein Leben leicht war.
Ich bin eine Heldin, weil ich trotz allem weitergegangen bin.
Weil ich mich nicht aufgegeben habe.
Weil ich mir mein Leben Stück für Stück zurückgeholt habe.
Persönlicher Suchtverlauf
Ich komme aus einem belastenden Elternhaus. Später geriet ich an falsche Freunde und in ein Umfeld, in dem viel getrunken wurde. Auch meine Kinder waren von dieser schwierigen Lebensphase betroffen.
Dann kam eine weitere Erschütterung dazu: Wegen meiner Hüftgelenksarthrose bekam ich vom Orthopäden die Nachricht, dass ich nicht mehr arbeiten durfte. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen.
Das Schlimmste in meinem Leben war jedoch meine Ehe. Dort habe ich die Hölle kennengelernt. Ich wurde psychisch, körperlich und sexuell missbraucht. Ich wurde geschlagen, erniedrigt, rausgeworfen und bedroht.
In dieser Zeit war Alkohol für mich kein Genuss. Er war mein Versuch, das Unerträgliche irgendwie auszuhalten. Ich trank, um Angst, Schmerz und Ohnmacht zu betäuben — bis mein Körper fast nicht mehr konnte und ich beinahe eine Leberzirrhose bekommen hätte.
Wendepunkt
Irgendwann wurde mir klar: So kann es nicht weitergehen.
Ich wollte nicht, dass mein Leben nur aus Angst, Alkohol und Überleben besteht.
Der Weg heraus war nicht einfach. Aber ich begann, an mir zu arbeiten. Schritt für Schritt. Jahr für Jahr. Ich musste lernen, mich selbst wieder ernst zu nehmen, mich zu schützen und mir ein Leben ohne Alkohol aufzubauen.
Heute bin ich seit 20 Jahren trocken.
Herausforderungen
Eine der größten Herausforderungen war, nach all dem Erlebten wieder Vertrauen ins Leben zu finden. Vertrauen in andere Menschen — aber auch Vertrauen in mich selbst.
Ich musste lernen, dass ich nicht das bin, was mir angetan wurde.
Ich musste lernen, dass ich mehr bin als meine Vergangenheit.
Und ich musste lernen, dass Trockenheit nicht nur bedeutet, nicht mehr zu trinken — sondern wieder wirklich zu leben.
Meine Superkräfte
- Überlebenswille
- Durchhaltevermögen
- Ehrlichkeit mir selbst gegenüber
- Die Kraft, immer wieder aufzustehen
- Die Fähigkeit, aus Schmerz Stärke zu machen
Säulen & Ventile
Was mich heute trägt: trocken bleiben, auf mich achten, Abstand zu schädlichen Menschen halten, ehrlich über meine Geschichte sprechen und mir immer wieder bewusst machen, wie weit ich gekommen bin.
Ich bin stolz auf
Ich bin stolz darauf, dass ich mich nicht aufgegeben habe.
Ich bin stolz darauf, dass ich heute wieder die Frau bin, die ich einmal war — vielleicht sogar stärker als früher.
Und ich bin stolz darauf, seit 20 Jahren trocken zu sein.
Und ich bin stolz darauf, mich für diesen Weg entschieden zu haben – für mich selbst & meine Familie.
Meine Botschaft
Auch wenn ein Mensch tief fällt, ist sein Leben nicht verloren.
Sucht ist keine Schwäche. Manchmal ist sie der verzweifelte Versuch, Schmerz zu überleben.
Aber es gibt einen Weg zurück.
Ich bin ihn gegangen.
Und ich will trocken bleiben — bis zu meinem letzten Tag.